Waschbär
Procyon lotor
© C. Kistler / swild.ch

Lebensraum

Garten und Park
Wald
Feuchtgebiet
Ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika, im 20. Jh. in Europa eingeführt, z. T. aus Pelzfarmen entwichen. Tagesquartiere in großen Baumhöhlen, in Höhlen zwischen Steinen und Felsen, in alten Gebäuden (Schuppen, Scheunen, Dachböden). Sehr anpassungsfähiger Allesfresser. Hände mit langen Fingern, sehr greif- und manipulierfähig. Waschbären klettern und schwimmen gut. Nicht territorial, Größe der Streifgebiete variabel. In Deutschland (z. B. Kassel) z. T. in beachtlichen Dichten. 
Erkennungsmerkmale 
Runder Kopf mit spitzer Schnauze, schwarze, weiß umrandete Gesichtsmaske, schwarz-weiß geringelter, buschiger Schwanz. Langhaariger Pelz mit variabler Färbung, vorwiegend grau.
Lebensraum 
Waldgebiete mit Altholz, auch im Siedlungsraum.
Gefährdungsgrad
Neozoon
Ähnliche Arten
Dachs: hat ebenfalls eine schwarz-weiße Gesichtsmaske, ist jedoch größer und in den Bewegungen plumper als der Waschbär. Marderhund ( Nyctereutes procyonoides ), eher fuchsartig, undeutliche Gesichtsmaske, Ohren kurz und rundlich, kurze Beine, Schwanz nicht geringelt.
Masse 
Kopf-Rumpf-Länge 40 – 70 cm,
Gewicht 3,5 – 9 kg.
Aktivitätszeit 
Ganzjährig nacht- und dämmerungsaktiv. Winterruhe bei Schnee.
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Erst wenige Beobachtungen in der Schweiz und Österreich

Noch kann der Waschbär in der Schweiz und in Österreich kaum beobachtet werden. Ganz anders in der deutschen Stadt Kassel, wo Waschbären seit den 1930er Jahren vorkommen. Ein deutscher Züchter hat die aus Nordamerika stammenden Waschbären mit Genehmigung der damaligen Jagdbehörden ausgesetzt. Zusätzlich entwichen Tiere aus deutschen Pelzfarmen. Seither nimmt die Waschbären-Population zu und breitet sich in ganz Europa aus. Kassel gilt als die Waschbären-Hauptstadt von Europa. Aber auch in Berlin und anderen norddeutschen Ballungszentren leben Waschbären. 


© Nosfratau, YouTube.com
Videosequenz eines Waschbären unterwegs auf den Dächern von Berlin auf YouTube.

Beobachtungen melden
Waschbären stammen ursprünglich aus Nordamerika. Obwohl sie in der deutschen Stadt Kassel und in weiten Teilen Norddeutschlands allgemein verbreitet sind, ist über ihren Einfluss auf die einheimischen Wildtiere wenig bekannt. Beobachtungen in der Schweiz und Österreich sind von großem Interesse. Die Art ist zwar bisher nur vereinzelt nachgewiesen worden. Es ist aber wichtig, die Entwicklung der Waschbären-Population in Österreich und in der Schweiz im Auge zu behalten.

 

Nicht füttern
Waschbären sollten keinesfalls gefüttert werden, da sie schnell halbzahm und aufdringlich werden können. 

Beobachten im Tierpark 

Im Tierpark Goldau und im Tierpark Bern können Waschbären in ihren Gehegen beobachtet werden.

 

Mehr Informationen 


Die Monografie Der Waschbär des Zoologen Ulf Hohmann und des Fotografen Ingo Bartussek (Oertel+Spörer Verlag, 200 Seiten) gibt einen spannenden Einblick in das Leben der Waschbären und die Erforschung eines nicht einheimischen Wildtieres.

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