Gro├čes Gl├╝hw├╝rmchen
Lampyris noctiluca
┬ę Hectonichus / WikiCommons

Lebensraum

Garten und Park
Wiese, Obstgärten, Felder
Hecken und Waldränder
Feuchtgebiet

W├Ąhrend der Leuchtzeit verspr├╝hen die Gl├╝hw├╝rmchen einen Zauber wie kaum ein anderes Tier. Bei Einbruch der Dunkelheit beginnen die Weibchen an B├Âschungen oder in krautiger Vegetation, oft an Weg-, Wald- und Heckenr├Ąndern, zu leuchten und machen damit M├Ąnnchen auf sich aufmerksam, die auf Suchfl├╝gen nach Paarungspartnerinnen Ausschau halten. Das Licht wird weder reflektiert noch gespeichert, sondern wird in speziellen Leuchtorganen durch eine chemische Reaktion vom Gl├╝hw├╝rmchen selbst produziert (Biolumineszenz, weitere Details zur chemischen Reaktion). Nach der Paarung am Boden Ablage von mehreren Duzend Eiern, aus denen nach etwa 4 Wochen Larven schl├╝pfen, die w├Ąhrend 2-3 Jahren bis zu gut 2 cm Gr├Â├če anwachsen und sich dabei mehrmals h├Ąuten. Larven ern├Ąhren sich von Nackt- und Geh├Ąuseschnecken, die sie mit einem oder mehreren Giftbissen ├╝berw├Ąltigen, dabei sind die Schnecken meist erheblich gr├Âsser als die Larve selbst. Die Larven besitzen ebenfalls 2 feine, punktf├Ârmige Leuchtorgane am Hinterleib, sie gelten f├╝r zahlreiche Fressfeinde als ungenie├čbar und giftig, weshalb Biolumineszenz als Warnlicht f├╝r Fressfeinde interpretiert wird. In mitteleurop├Ąischen St├Ądten noch erstaunlich weit verbreitet. Kommt bis in zentrumsnahe, abwechslungsreich gestaltete, naturnah bewirtschaftete und oft ├Ąltere Gartenanlagen vor. Indikator f├╝r gut strukturierte, meist artenreiche Biotope.

Erkennungsmerkmale 
Weibchen ungefl├╝gelt, mit leuchtendem Hinterleib, M├Ąnnchen ohne Leuchtorgan, flugf├Ąhig, ├Ąhnelt Weichk├Ąfer, Larve schwarz-braun mit oranger Punktereihe an den K├Ârperseiten.
Lebensraum 
Waldr├Ąnder, Heckens├Ąume, Feuchtgebiete, Wiesen, G├Ąrten und Parkanlagen.
Ähnliche Arten
Beim Kleinen Gl├╝hw├╝rmchen sind im Vergleich zum Gro├čen Gl├╝hw├╝rmchen auch die M├Ąnnchen mit einem Leuchtorgan ausgestattet. Das Kleine Gl├╝hw├╝rmchen leuchtet heller im Vergleich zum Gro├čen Gl├╝hw├╝rmchen.
Ma├če 

Weibchen 15-20 mm, M├Ąnnchen 10-12 mm.

Aktivit├Ątszeit 
Juni-Juli, stellenweise auch schon im Mai und bis in den Sp├Ątsommer.
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
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Fuchs. ┬ę Stefan Wassmer / stadtwildtiere.ch

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Leuchtzeit von Juni bis Juli

Das Gro├če Gl├╝hw├╝rmchen ist zwar seltener geworden, kann aber trotzdem an vielen Orten noch beobachtet werden, wenn man zur richtigen Zeit sucht. Die Leuchtzeit der Weibchen erstreckt sich etwa von Juni bis Juli ├╝ber 4 Wochen. Dabei kann man die Gl├╝hw├╝rmchen am besten an dunklen Stellen in Parkanlagen, alten G├Ąrten, an Waldr├Ąndern oder in der N├Ąhe von Feuchtgebieten in Bodenn├Ąhe beobachten. Sie leuchten haupts├Ąchlich von Sonnenuntergang bis etwa Mitternacht.

Heimliche Larven

Den Gro├čteil ihres Lebens verbringen Gl├╝hw├╝rmchen als Larve (circa 2-3 Jahre). Die Larve ist zwar unscheinbar und lebt versteckt im Unterholz, aber mit etwas Gl├╝ck und einem ge├╝bten Blick kann man sie durchaus in der N├Ąhe eines Laub- oder Asthaufen zu Gesicht bekommen. Oft hilft es dabei Laub oder ├äste, die am Boden liegen, aufzuheben und darunter nach den Larven zu suchen. Die Larven verbringen das ganze Jahr im Unterholz und k├Ânnen von April bis Oktober dort besonders gut beobachtet werden. In bedeckten N├Ąchten, oder an dunklen Stellen, kann man mit etwas Gl├╝ck sogar die schwach leuchtenden Larven finden. Man kann die Larven relativ gut durch eine charakteristische Reihe von orangen Punkten an ihren Flanken erkennen.

┬ę Wofl / WikiCommons

Das Weibchen des Gro├čen Gl├╝hw├╝rmchens leuchtet sitzend in Bodenn├Ąhe.

┬ę Hans Hillewaert / WikiCommons

Larve des Gro├če Gl├╝hw├╝rmchens mit charakteristischen Reihe von orangen Punkten auf der Seite.

Ein Gl├╝hw├╝rmchen-freundlicher Garten

Ein Schnecken-freundlicher Garten ist auch ein Gl├╝hw├╝rmchen-freundlicher Garten. Sehr wichtig daf├╝r ist auf den Einsatz von Schneckengift zu verzichten. Gl├╝hw├╝rmchen brauchen Kr├Ąuter- und Str├Ąuchers├Ąume in denen sie sich verstecken k├Ânnen und wo sie einen geeigneten Ort finden um zu leuchten. Ebenso wichtig sind Versteckm├Âglichkeiten wie Ast- und Laubhaufen, die nicht nur den Gl├╝hw├╝rmchenlarven sondern auch vielen anderen Tieren Unterschlupf bieten. Wie auch f├╝r andere Tiere ist es f├╝r Gl├╝hw├╝rmchen wichtig, dass man das Gras nicht bodeneben schneidet, sondern einige Kr├Ąuters├Ąume stehen l├Ąsst, worin sie sich verstecken k├Ânnen. Generell kann gesagt werden, dass je naturnaher der Garten gestaltet ist umso besser ist er als Gl├╝hw├╝rmchen-Lebensraum geeignet. Da Gl├╝hw├╝rmchen jedoch relativ station├Ąr sind, ist die Vernetzung mit bestehenden Gl├╝hw├╝rmchenvorkommen wichtig f├╝r die Neubesiedlung eines Gartens. Die Vernetzung kann nur gew├Ąhrleistet werden, wenn die Lebensrauminseln zwischen dem Vorkommen und dem eigenen Garten nur so weit voneinander entfernt sind, dass ein Gl├╝hw├╝rmchen diese Distanz in seinem Leben ├╝berwinden kann.

Gefahren 

Gl├╝hw├╝rmchen leiden unter der Zunahme von Kunstlicht. Neben der direkten Beleuchtung wirkt sich auch der Widerschein an der Wolkendecke negativ aus, der ├╝ber der Stadt ohne weiteres die Helligkeit einer klaren Vollmondnacht erreicht. Licht unterdr├╝ckt die Aktivit├Ąt der bei Dunkelheit aktiven Larven und erschwert die Wahrnehmung der biolumineszenten Signale. M├Ąnnchen weichen direktem Licht aus, Weibchen, die sich zuf├Ąllig im Lichtschein eines Beleuchtungsk├Ârpers platziert haben, sterben daher meist unverpaart nach etwa zweiw├Âchigem Leuchten an der gleichen Stelle.

Aktuelle Informationen zu Gl├╝hw├╝rmchen: www.gluehwuermchen.ch

Informationsbrosch├╝re zu Gl├╝hw├╝rmchen erh├Ąltlich bei: www.gluehwuermchen.ch

Gl├╝hw├╝rmchen f├Ârdern: Ornis Artikel von Stefan Ineichen

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