Kleines Gl├╝hw├╝rmchen
Lamprohiza splendidula
┬ę Stanislav Krejcik / meloidae.com

Lebensraum

Garten und Park
Wiese, Obstgärten, Felder
Hecken und Waldränder
Feuchtgebiet

Von Gl├╝hw├╝rmchen geht eine spezielle Faszination aus: In der kurzen Leuchtzeit verspr├╝hen sie einen besonderen Zauber, der in vielen Kulturen zu Traditionen rund um den Leuchtk├Ąfer gef├╝hrt hat. In der D├Ąmmerung beginnen die Weibchen an B├Âschungen oder in krautiger Vegetation, oft an Weg-, Wald- und Heckenr├Ąndern, zu leuchten und machen damit M├Ąnnchen auf sich aufmerksam, die auf Suchfl├╝gen nach Paarungspartnerinnen Ausschau halten. Die M├Ąnnchen des Kleinen Gl├╝hw├╝rmchens leuchten im Flug, das Leuchten erscheint dabei wie verglimmende Funken. Das Licht wird weder reflektiert noch gespeichert, sondern wird in speziellen Leuchtorganen durch eine chemische Reaktion vom Gl├╝hw├╝rmchen selbst produziert (Biolumineszenz, weitere Details zur chemischen Reaktion). Nach der Paarung am Boden Ablage der Eier, aus denen Larven schl├╝pfen, die w├Ąhrend 3 Jahren wachsen und sich dabei mehrmals h├Ąuten. Larven ern├Ąhren sich von Nackt- und Geh├Ąuseschnecken, die sie mit Giftbissen ├╝berw├Ąltigen. Mit dieser Taktik erlegen sie Nacktschnecken die doppelt so lange sind wie sie selbst oder Geh├Ąuseschnecken mit einem H├Ąuschen Durchmesser von bis zu 1 cm. Die Larven besitzen 2 feine, punktf├Ârmige Leuchtorgane, die seitlich angebracht sind; leuchten aber nur selten und schw├Ącher als Adulte Tiere. Larven f├╝r zahlreiche Fressfeinde ungenie├čbar und giftig, weshalb Biolumineszenz als Warnlicht f├╝r Fressfeinde interpretiert wird.

Erkennungsmerkmale 
Weibchen flugunf├Ąhig, leuchtend im Gras sitzend; M├Ąnnchen flugf├Ąhig, leuchtend w├Ąhrend dem Flug; Weibchen helle K├Ârperfarbe mit Fl├╝gelstummeln, M├Ąnnchen dunkel, Larve ovale Form und schwarz-braun
Lebensraum 
Waldr├Ąnder, Heckens├Ąume, Feuchtgebiete, Wiesen, G├Ąrten und Parkanlagen.
Ähnliche Arten
Beim Kleinen Gl├╝hw├╝rmchen sind im Vergleich zum Gro├čen Gl├╝hw├╝rmchen auch die M├Ąnnchen mit einem Leuchtorgan ausgestattet. Das Kleine Gl├╝hw├╝rmchen leuchtet heller im Vergleich zum Gro├čen Gl├╝hw├╝rmchen. Weitere Informationen zu den verschiedenen Arten hier.
Ma├če 

Weibchen 10 mm, M├Ąnnchen 8-10 mm.

Aktivit├Ątszeit 
Juni-Juli
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Paarungszeit ist Leuchtzeit

Die Leuchtzeit des Kleinen Gl├╝hw├╝rmchens ├╝berlappt mit der Leuchtzeit des Grossen Gl├╝hw├╝rmchens (Juni bis Juli), ist aber k├╝rzer (nur 2 Wochen). Zu dieser Zeit kann man die erwachsenen Tiere des Kleinen Gl├╝hw├╝rmchens am besten an dunklen Stellen in Parkanlagen, alten G├Ąrten, an Waldr├Ąndern oder in der N├Ąhe von Feuchtgebieten beobachten. Die Weibchen leuchten sitzend in Bodenn├Ąhe, w├Ąhrend die M├Ąnnchen im Flug leuchten auf einer H├Âhe von bis zu 2 Meter (oft kreisend). Zeitlich ├╝berlappen sie ebenfalls mit dem Gro├čen Gl├╝hw├╝rmchen: Das gr├╝nliche Leuchten kann von der D├Ąmmerung bis etwa um Mitternacht beobachtet werden.

Heimliche Larven

Die Kleinen Gl├╝hw├╝rmchen verbringen einen Gro├čteil ihres Lebens im Larvenstadium (3 Jahre). Die Larve ist zwar unscheinbar und lebt versteckt im Unterholz, aber mit etwas Gl├╝ck und einem ge├╝bten Blick kann man sie durchaus in der N├Ąhe eines Laub- oder Asthaufen zu Gesicht bekommen. Oft hilft es dabei Laub oder ├äste, die am Boden liegen, aufzuheben und darunter nach den Larven zu suchen. Die Larven verbringen das ganze Jahr im Unterholz und k├Ânnen von April bis Oktober dort besonders gut beobachtet werden. An dunklen Stellen kann man sogar das schwache Leuchten der Larven beobachten.

┬ę F. K├Âhler / koleopterologie.de

Larve des Kleinen Gl├╝hw├╝rmchens

┬ę Timo Newton-Syms / WikiCommons

Weibchen des Kleinen Gl├╝hw├╝rmchens am Leuchten.

Ein Gl├╝hw├╝rmchen-freundlicher Garten

Ein Schnecken-freundlicher Garten ist auch ein Gl├╝hw├╝rmchen-freundlicher Garten. Sehr wichtig daf├╝r ist auf den Einsatz von Schneckengift zu verzichten. Gl├╝hw├╝rmchen brauchen Kr├Ąuter- und Str├Ąuchers├Ąume in denen sie sich verstecken k├Ânnen und wo sie einen geeigneten Ort finden um zu leuchten. Ebenso wichtig sind Verstecksm├Âglichkeiten wie Ast- und Laubhaufen, die nicht nur den Gl├╝hw├╝rmchenlarven sondern auch vielen anderen Tieren Unterschlupf bieten. Wie auch f├╝r andere Tiere ist es f├╝r Gl├╝hw├╝rmchen wichtig, dass man das Gras nicht bodeneben schneidet, sondern einige Kr├Ąuters├Ąume stehen l├Ąsst, worin sie sich verstecken k├Ânnen.Generell kann gesagt werden, dass je naturnaher der Garten gestaltet ist umso besser ist er als Gl├╝hw├╝rmchen-Lebensraum geeignet. Da Gl├╝hw├╝rmchen jedoch relativ station├Ąr sind, ist die Vernetzung mit bestehenden Gl├╝hw├╝rmchenvorkommen wichtig f├╝r die Neubesiedlung eines Gartens. Die Vernetzung kann nur gew├Ąhrleistet werden, wenn die Lebensrauminseln zwischen dem Vorkommen und dem eigenen Garten nur so weit voneinander entfernt sind, dass ein Gl├╝hw├╝rmchen diese Distanz in seinem Leben ├╝berwinden kann.

Gefahren 

Gl├╝hw├╝rmchen leiden unter der Zunahme von Kunstlicht. Neben der direkten Beleuchtung wirkt sich auch der Widerschein an der Wolkendecke negativ aus, der ├╝ber der Stadt ohne weiteres die Helligkeit einer klaren Vollmondnacht erreicht. Licht unterdr├╝ckt die Aktivit├Ąt der bei Dunkelheit aktiven Larven und erschwert die Wahrnehmung der biolumineszenten Signale. M├Ąnnchen weichen direktem Licht aus, Weibchen, die sich zuf├Ąllig im Lichtschein eines Beleuchtungsk├Ârpers platziert haben, sterben daher meist unverpaart nach etwa zweiw├Âchigem Leuchten an der gleichen Stelle.

Aktuelle Informationen zu Gl├╝hw├╝rmchen: www.gluehwuermchen.ch

Informationsbrosch├╝re zu Gl├╝hw├╝rmchen erh├Ąltlich bei: www.gluehwuermchen.ch

Gl├╝hw├╝rmchen f├Ârdern: Ornis Artikel von Stefan Ineichen

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