Geburtshelferkröte
Alytes obstetricans obstetricans
© Christian Fischer / WikiCommons

Lebensraum

Ruderalfläche, Verkehrswege, offene Flächen
Wald
Gewässer

Landbewohnerin, nachtaktiv, h√§lt sich gerne in Rutschhanggebieten und in Steinmauern auf. Wegen ihres glocken√§hnlichen Tons auch "Glockenfrosch" oder "Gl√∂gglifrosch" genannt. Geschlechter schwer zu unterscheiden, auch Weibchen k√∂nnen leise rufen. W√§hrend der Paarung an Land (April-August) wickelt sich das M√§nnchen die Eischn√ľre wie eine Perlenkette um die Hinterbein-Fersengelenke und tr√§gt sie anschlie√üend 3-7 Wochen mit sich herum. Die schlupfreifen Larven werden vom M√§nnchen an einer geeigneten Uferstelle abgesetzt. Sp√§te Larven √ľberwintern h√§ufig in k√ľhleren Gew√§ssern und k√∂nnen so im n√§chsten Fr√ľhling 7-9 cm gro√ü werden. Geburtshelferkr√∂ten fressen Insekten, Spinnen und √Ąhnliches. √úberwinterung h√§ufig auch in den Sommerverstecken.

Erkennungsmerkmale 
Gedrungen, gr√§ulich bis graubraun. Mit vielen kleinen Warzen, auff√§llige Warzenreihe seitlich hinter den Augen bis √ľber die Flanken. Iris wei√ügolden mit senkrechter Pupille.
Lebensraum 
Wald, waldnahe Kiesgruben und Steinbr√ľchen, sonnigere Bachgebiete mit Steil- und Rutschh√§ngen, Uferzonen langsamer Flie√ügew√§sser, auch T√ľmpel und Weiher. Kann auch in strukturreichen, naturnahen G√§rten vorkommen.
Gefährdungsgrad
stark gefährdet
√Ąhnliche Arten
Die Geburtshelferkröte kann mit der Erdkröte verwechselt werden, letztere ist jedoch deutlich größer, hat eine waagrechte Pupille und ruft im Wasser. Die Gelbbauchunke hat im Gegensatz zur Geburtshelferkröte einen deutlich gelb-grau gemusterten Bauch und eine umgekehrt tropfen- oder herzförmige Pupille.
Ma√üe 

3.5-5 cm

Aktivit√§tszeit 
Anfang März - Ende Oktober
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Der ‚ÄěGl√∂gglifrosch‚Äú oder ‚ÄěGlockenfrosch‚Äú

Die Geburtshelferkr√∂te lebt versteckt und heimlich. An warmen Fr√ľhlings- oder Sommerabenden h√∂rt man aber gelegentlich ihr feines ‚ÄěGlockengel√§ut‚Äú. Diese Laut√§u√üerungen haben dem ‚ÄěGl√∂gglifrosch‚Äú/‚ÄúGlockenfrosch‚Äú seinen Namen gegeben. Die Geburtshelferkr√∂te ist an sehr unterschiedlichen, meist konstant Wasser f√ľhrenden Gew√§ssern anzutreffen. Sie kommt auch an Weihern und Teichen vor und benutzt gerne Feuerweiher von D√∂rfern als Larvengew√§sser. Es kommt vor, dass die Kaulquappen der Geburtshelferkr√∂te im Gew√§sser √ľberwintern. Dabei k√∂nnen die Kaulquappen erstaunliche 9cm erreichen. Zur Paarung und als Sommerquartier bevorzugt die Geburtshelferkr√∂te nahe am Gew√§sser liegende, sonnige Strukturen mit sandigem Boden, wie Steinmauern, Steinhaufen oder auch einmal in ein Gartenbeet, in welche sie G√§nge hinein graben, um sich zu verstecken.

© Gilles San Martin / WikiCommons

Erwachsenes Geburtshelferkröten Männchen

 

© Armando Caldas / flickr.com

Kaulquappe kurz vor der Umwandlung der Geburtshelferkröte

Lebensräume erhalten und fördern

Die Geburtshelferkr√∂te hat sehr spezielle Anspr√ľche an ihren Lebensraum, daher ist auch die Neubesiedlung von geeigneten Standorten bei der Geburtshelferkr√∂te selten. Deshalb ist es besonders wichtig, bestehende fischfreie, stehende Fortpflanzungsgew√§sser und die dazugeh√∂rigen Landlebensr√§ume zu sch√ľtzen. Nicht selten haben sich in Kiesgruben oder Steinbr√ľchen gro√üe Geburtshelferkr√∂tenpopulationen entwickelt. Diese sollten beim Unterhalt dieser Standorte unbedingt in Betracht gezogen und gesch√ľtzt werden. Da Geburtshelferkr√∂ten den gr√∂√üten Teil des Jahres an Land verbringen, k√∂nnen sie gef√∂rdert werden, indem Stein-, Sand- und Holzstrukturen als Versteckm√∂glichkeiten errichtet werden. Diese sind vor der Verbuschung zu sch√ľtzen.

Geburtshelferkröten im eigenen Garten

Falls Sie das Gl√ľck haben, dass sich Geburtshelferkr√∂ten in ihrem Garten heimisch f√ľhlen, dann ist es wichtig, dass sie diesen Bestand erhalten und sch√ľtzen. Die Koordinationsstelle f√ľr Amphibien- und Reptilienschutz Schweiz Karch bietet dazu viele Informationen und fachgerechte Beratung.

Gefahren 

In den letzten zwanzig Jahren ging der Bestand der Geburtshelferkr√∂ten in der Schweiz um fast f√ľnfzig Prozent zur√ľck. Folgende Ursachen spielen dabei eine Rolle:

  • Verlust von Fortpflanzungsgew√§ssern: Wie alle Amphibien, leidet die Geburtshelferkr√∂te unter der Entw√§sserung und Eindohlung von Gew√§ssern.
  • Herbizide und Pestizide: Aufgrund ihrer d√ľnnen und sehr durchl√§ssigen Haut sind Amphibien besonders empfindlich auf Pestizide und Herbizide.

  • Verlust von naturnahen Landlebensr√§umen in Gew√§ssern√§he: Die Begradigung von Fl√ľssen ist besonders f√ľr die Geburtshelferkr√∂te verheerend, da die Sandfl√§chen in den √úberschwemmungszonen einen wichtigen Lebensraum f√ľr diese Tiere darstellen. Zus√§tzlich werden immer mehr Steinmauern und Holzstapel durch Betonmauern und Drahtz√§une ersetzt, die den Amphibien keine Versteckm√∂glichkeiten bieten.

  • Pilzkrankheit Chytridiomykose: Diese Pilzkrankheit wurde 1998 in Zentralamerika und Australien erstmals entdeckt. Seither hat sie sich rasch ausgebreitet und gilt weltweit ¬†als Mitverursacherin von Amphibien-Massensterben. Der Ursprung des Pilzes ist noch nicht endg√ľltig gekl√§rt und die rasante Ausbreitung ist besorgniserregend. Eine wesentliche Ursache daf√ľr, dass sich die Krankheit so schnell verbreitet, ist der weltweite Handel mit Amphibien. Es ist deshalb sehr wichtig, niemals Aquarientiere in die Freiheit zu entlassen und Netze, welche in Aquarien benutzt werden, nicht im Freiland einzusetzen. Deshalb: Keine Amphibien, auch keine Geburtshelferkr√∂ten, umsiedeln.

Mehr Informationen 

 

 

Koordinationsstelle f√ľr Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz www.karch.ch

StadtWildTiere
Träger