Schlingnatter
Coronella austriaca austriaca
© Sascha Schmidt / herpshots.de

Lebensraum

Ruderalfläche, Verkehrswege, offene Flächen
Wiese, Obstgärten, Felder
Hecken und Waldränder

Diskrete Lebensweise. Lebend geb√§rend, Weibchen verpaaren sich meist nur alle zwei Jahre (April-Mai) und werfen dann im August oder September 2-16 Junge (12-17 cm). Ein geschlechtsreifes Tier (ab 3. bis 5. Lebensjahr) bleibt in der Regel einem Wohngebiet (bis 3 ha) treu, das sich mit denen anderer Individuen √ľberschneiden kann. Die auch Glattnatter genannte Schlange jagt v.a. Eidechsen und Blindschleichen. Auch M√§use und Spitzm√§use werden aufgesp√ľrt und erdrosselt. Schlingnattern sind schwierig zu entdecken, weil gut getarnt. Sie verharren oft lange und fliehen leise.

Erkennungsmerkmale 
Glatte Schuppen. Kopfzeichnung mit dunklem Augenstreif. Jungtiere mit ziegelrotem Bauch. Bissig (wenn gefangen), aber ungiftig.
Lebensraum 
Sonnige Lebensr√§ume: Felsfluren, Ger√∂llhalden, Trockenauen, Heiden, lichte W√§lder, Steinbr√ľche, D√§mme, Eisenbahngel√§nde, terrassierte Weinberge, auch Magerwiesen und Waldr√§nder. Grunds√§tzlich auch Weiden und Wiesen, wenn hier die n√∂tigen Kleinstrukturen vorhanden sind, namentlich Trockenmauern, Lesesteinhaufen und -w√§lle.
Gefährdungsgrad
verletzlich
√Ąhnliche Arten
Schlingnattern k√∂nnen mit Kreuzottern oder Aspisvipern verwechselt werden. Die Kreuzotter und Aspisviper besitzen aber beide einen gedrungeneren K√∂rperbau und in der Regel eine auff√§lligere R√ľckenzeichnung. Ebenso besitzen diese zwei Giftschlangen (Aspisviper und Kreuzotter) eine senkrecht-spaltf√∂rmige Pupille. Die Blindschleiche ist meist kleiner als die Schlingnatter und hat den Kopf noch undeutlicher vom K√∂rper abgesetzt, ebenso besitzt die Blindschleiche auf dem R√ľcken keine dunkle Fleckenzeichnung. Das Auge der Blindschleiche ist weniger auff√§llig und besitzt ein Augenlid.
Ma√üe 

Bis 75 cm, selten bis 92 cm.

Aktivit√§tszeit 
März-Oktober
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
3 Bilder geordnet nach
Schlingnatter
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Fuchs. © Stefan Wassmer / stadtwildtiere.ch

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Ein diskretes Leben

Schlingnattern sind stets auf Deckung bedacht und bleiben bei Ann√§herung des Menschen oft regungslos liegen. Eigentlich ist die Schlingnatter weit verbreitet, aufgrund ihres unauff√§lligen Verhaltens und ihrer dezenten F√§rbung jedoch schwer zu entdecken. Die gr√∂√üte Chance, eine Schlingnatter zu erblicken, hat man bei feuchtwarmem, bew√∂lktem Wetter in Weinbergen. Hat man das Gl√ľck, eine Schlingnatter entdeckt zu haben, kann man sie meist sch√∂n beobachten, da sie auf ihre Tarnfarbe vertraut und einfach liegen bleibt. F√ľr den Nachweis ihres Vorkommens oder f√ľr wissenschaftliche Untersuchungen werden oft Blechplatten an geeigneten Stellen im Gel√§nde ausgelegt, denn Schlingnattern, wie viele andere Reptilien, verstecken sich gerne unter schnell erw√§rmenden Platten.

© Dillsoße / WikiCommons

Die Schlingnatter verlässt sich auf ihre Tarnung.

 

Verstecksmöglichkeiten bieten

Falls der eigene Garten an einen bestehenden Schlingnatternlebensraum angrenzt, kann die Art in seltenen F√§llen auch im Privatgarten gef√∂rdert werden. Wird im Siedlungsraum aber eine Schlingnatter beobachtet, sollten ihr in ihrem Lebensraum vielf√§ltige Kleinstrukturen geboten werden. Die Schlingnatter braucht Versteckm√∂glichkeiten, die f√ľr Katzen nicht zug√§nglich sind und wo sie ungest√∂rt Sonnentanken kann. Geholfen ist der Schlingnatter mit dem Erhalt von offenen, sich schnell erw√§rmenden Fl√§chen wie Steinmauern oder Steinhaufen. Der Einsatz von Chemie, aber auch maschinelle Eingriffe sollten vermieden werden.

Beobachtungen melden

Wegen ihrer versteckten Lebensweise ist die Schlingnatter noch nicht sehr gut erforscht und jede Beobachtung kann helfen, etwas mehr √ľber ihre Verbreitung zu erfahren. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Beobachtungen von Schlingnattern melden.

Gefahren 
  • Lebensraumverlust: Schlingnattern haben sehr hohe Anspr√ľche an ihren Lebensraum, daher ist sie besonders anf√§llig auf Lebensraumver√§nderungen und Lebensraumzerst√∂rung. Im Siedlungsraum sind dies vor allem Saumbiotope wie B√∂schungen oder naturnahe Garten- und Parkanlagen mit unverfugten Mauern, die verloren gehen.

  • Verlust der Nahrungsgrundlage: Als Nahrungsgrundlage sind Schlingnattern auf eine gesunde Echsenpopulation angewiesen, die lokale Ausrottung einer Eidechsen- oder Blindschleichenpopulation wirkt sich daher fatal auf Schlingnattern aus.

Weitere Informationen zur Schlingnatter und zu den anderen Reptilien sind auf der Webseite der Karch (Koordinationsstelle f√ľr Amphibien und Reptilien der Schweiz) zu finden.

StadtWildTiere
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