Mauereidechse
Podarcis muralis
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Lebensraum

Ruderalfläche, Verkehrswege, offene Flächen
Garten und Park

In klimatisch warmen, eher trockenen Gebieten wie Rhein-, Elb-, Donau- und Inntal konnten sich die Mauereidechsen namentlich in St√§dten gut ausbreiten. Viele Populationen d√ľrften aber auf Aussetzungen oder Einschleppungen mittels Materialtransporten zur√ľckgehen. Eine genetische Untersuchung in Deutschland an 24 Lokalit√§ten hat ergeben, dass die Tiere von f√ľnf verschiedenen Unterarten stammen, welche ihre urspr√ľngliche Verbreitung weit au√üerhalb des Untersuchungsgebietes haben. √Ąhnliche Beispiele sind auch aus √Ėsterreich und der Schweiz bekannt. Wie geschaffen f√ľr Mauereidechsen sind Ruderalfluren auf Bahnschotter (Ersatz f√ľr Schutthalden) sowie sonnige Gartenlandschaften mit vielen spaltenreichen Mauern (Ersatz f√ľr Felsstandorte). Entlang von Schienennetzen breiten sich Mauereidechsen erfolgreich aus. Warmes, trockenes Stadtklima, gepaart mit naturnaher Umgebungsgestaltung, bieten ideale Lebensbedingungen. Weibchen legen zwischen Mai und Juli ein bis drei Mal je 2-9 mattwei√üe, pergamentschalige Eier in lockeren Boden oder sandhaltige Mauerspalten. Junge schl√ľpfen im Juli/August. Geschlechtsreife Tiere beanspruchen Wohnfl√§chen von je 15-60m¬≤, wo sie nach Spinnen, Insekten, Asseln und anderen Wirbellosen jagen. Im Siedlungsraum kann sich die flinkere Mauereidechse den allgegenw√§rtigen Katzen besser entziehen als die plumpere Zauneidechse.

Erkennungsmerkmale 
Gestalt abgeflacht, spitzschnauzig, schlank. Schwanz doppelt so lang wie Körper. Jungtiere braun. Achtung: Schwanz bricht ab, wenn angefasst!
Lebensraum 
Felsstandorte, Steinbr√ľche, Schutthalden, Eisenbahnareale, terrassierte Rebberge und mauerreiche Siedlungsbereiche.
Gefährdungsgrad
Schweiz: nicht gefährdet Im Gegensatz zu den meisten anderen Reptilienarten, erlebt die Mauereidechse in den letzten Jahren eine Arealerweiterung. Einerseits gelingt sie durch Verschleppung mit der Bahn an neue Standorte, anderseits können durch die klimatische Erwärmung auch bestehende Standorte auf höhere Lagen ausgeweitet werden.
√Ąhnliche Arten
Waldeidechsen sind im Gegensatz zu Mauereidechsen kleiner und besitzen einen plumperen K√∂rperbau. Ihr Kopf ist stumpfer und k√ľrzer, ebenso wie ihr Schwanz. Waldeidechsen bewegen sich langsamer fort und sind praktisch nie an senkrechten Strukturen zu beobachten.
Masse 

Gesamtlänge 20-25 cm.

Aktivit√§tszeit 
Tagaktiv; März-Oktober (selten auch im Februar oder November).
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Anspruchslose Sonnenanbeterinnen

Mauereidechsen sind nicht sehr w√§hlerisch, was ihren Lebensraum betrifft. Sie bevorzugen jedoch trockene, warme, sonnige und steinige Standorte mit S√ľdexposition. In St√§dten und D√∂rfern sind sie an Wegr√§ndern, Bahnd√§mmen und Trockenmauern zu finden. Mauereidechsen k√∂nnen auch einmal bei Wind oder sehr hei√üem Wetter angetroffen werden, da sie im Vergleich zu anderen Reptilien weniger empfindlich auf nicht optimale Wetterbedingungen reagieren.

Angepasste Kulturfolgerinnen

Mauereidechsen sind ausgesprochene Kulturfolgerinnen, welche auch st√§dtische Lebensr√§ume h√§ufig besiedeln. Dank ihren Kletterk√ľnsten, k√∂nnen sie selbst senkrechte Strukturen nutzen und k√∂nnen sich so vor Hauskatzen in Sicherheit bringen. In st√§dtischen Standorten haben sie meist die Scheu vor Menschen verloren und k√∂nnen gut beobachtet oder fotografiert werden.

 

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Mauereidechsen findet man oft an senkrechten Mauern.

Fördern im eigenen Garten oder in der Wohnsiedlung

Mauereidechsen lassen sich an s√ľdexponierten, sonnigen Standorten gut f√∂rdern, durch das Anlegen von Strukturen wie Stein- oder Asthaufen. Ebenso werden unversiegelte Trockenmauern gerne von Mauereidechsen besiedelt. Diese Strukturen sollten m√∂glichst sonnenexponiert sein und von √úberwachsen bewahrt werden. Wichtig ist auch, im eigenen Garten oder beim Unterhalt von Wohnsiedlungen auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten, denn die naturnahe Garten- und Umgebungspflege f√∂rdert die Kleintiere, welche die Eidechsen als Nahrungsgrundlage ben√∂tigen.

 

Besitzen Sie selbst keinen eigenen Garten? Dann setzen Sie sich f√ľr die naturnahe Bewirtschaftung einer Gartenmauer in Ihrer Wohnsiedlung ein. Eine sonnige Gartenmauer¬† mit Versteckm√∂glichkeiten bietet einen optimalen Lebensraum f√ľr Mauereidechsen.

 

Auf Ansiedlungsversuche von Mauereidechsen, generell aller Eidechsen, sollte unbedingt verzichtet werden. Solche Aktionen sind nicht nur illegal, sondern in aller Regel auch nicht zielf√ľhrend und oft kontraproduktiv.

Gefahren 
  • Lebensraumverlust: Die zunehmende Zerst√∂rung und Zerst√ľckelung des Lebensraums ist die gr√∂√üte Gefahr f√ľr Mauereidechsen, besonders der Verlust von Kleinstrukturen, wie Trockenmauern setzt ihnen als Kulturfolger zu.¬† Im Siedlungsraum fordert die Zersiedelung ihren Tribut, wenn dabei Mauereidechsenlebensr√§ume zerst√∂rt oder zerst√ľckelt werden.

  • Pestizideins√§tze: Der Einsatz von Insekten- und Pflanzengiften zerst√∂rt den Mauereidechsen die Nahrungsgrundlage.

  • Hauskatzen: Zwar k√∂nnen die Kletterk√ľnstlerinnen den Katzen besser entkommen als ihre plumperen Verwandten, trotzdem stellen Katzen, besonders in Siedlungsgebieten, ernstzunehmende Gefahren f√ľr Mauereidechsen dar.

Mehr Informationen 

Weitere Informationen zu Mauereidechsen und zu den anderen Reptilien sind auf der Webseite der Karch (Koordinationsstelle f√ľr Amphibien und Reptilien der Schweiz) zu finden.

 

Interessante Informationen zu Reptilien bieten die österreichische Seite www.herpetofauna.at oder die deutsche Seite www.reptilien-brauchen-freunde.de.

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