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Kamerafallen – der Weg zum perfekten Schnappschuss

09.09.2020, Katja Rauchenstein

Zu später Stunde schnüffelt ein Dachs durch den Garten und ein Steinmarder flitzt eine dunkle Gasse entlang. Viele Wildtiere kann man oft nur zu später Abendstunde und mit Glück beobachten. Wer keine Lust hat, sich während Stunden ausgerüstet mit starkem Kaffee und Tarnmantel auf die Lauer zu legen, für den sind Wildtierkameras eine tolle Alternative. Doch wie gelingt einem der perfekte Wildtierschnappschuss?

 

Der richtige Ort

Um einen passenden Standort für die Kamera zu wählen, sollte man sich in die Welt eines Wildtieres hineinversetzen. Wo könnten die nächtlichen Besucher in den Garten hinein, wo hinaus gelangen? Gibt es vielleicht sogar Pfade im hohen Gras oder im Gartenbeet, welche auf regen Tierverkehr schliessen lässt? Handelt es sich bei einem Loch im Zaun um einen der wenigen Zugänge in den Garten, steigt die Wahrscheinlichkeit, ein durchschlüpfendes Tier fotografieren zu können. Und auch Pfade im Schutz von Hecken oder Mauern sind oft beliebter als die offene Wiese. 
 

 

© Katja Rauchenstein / stadtwildtiere.ch

Abdrücke im Blumenbeet können auf Lieblingsplätze oder Pfade von Wildtieren hinweisen. 

 

Hotspots im Garten

Ob eine Wasserschale im Hochsommer oder ein Kompost voller Insekten – verschiedene Orte im Garten haben eine magische Anziehungskraft auf Wildtiere. Stellt man die Kamerafalle an solch stark frequentierten Orten auf, steigt die Chance, gleich verschiedene Tierarten in einer Nacht vor der Linse zu haben. Auch Versteckmöglichkeiten wie Asthaufen können einen solchen Hotspot darstellen. Was für tolle Bilderserien von kleinen bis grossen Wildtieren an einer Wasserschalen entstehen können, sehen Sie in unserem Blogbeitrag „Wasser für unsere durstigen wilden Nachbarn“.
 

 

© Walter Schaffner / stadtwildtiere.ch

Komposthaufen ziehen Wildtiere oft magisch an - wie diesen neugierigen Iltis. 

 

Die richtige Position

Der beste Standort bringt jedoch nichts, wenn die Kamera falsch positioniert ist. Abgeschnittene Beine, leere Bilder, wo nur noch die Schwanzspitze auf das durchhuschende Tier hinweist, und Fehlauslösungen sind ärgerliche Speicherplatzfüller. Damit ein Wildtier möglichst lange im Auslösebereich der Kamera ist, stellt man die Kamerafalle besser nicht im rechten Winkel zum vermuteten Pfad auf, sondern längs der Hecke oder der Mauer ausgerichtet. Für kleinere Wildtiere wie Igel, Fuchs, Dachs oder Marder sollte die Kamera etwas nach unten geneigt und auf Kniehöhe an einem festen Gegenstand montiert werden. 
 

 

© Katja Rauchenstein / stadtwildtiere.ch

Solche Bilder können mit der richtigen Position (hier mehr nach rechts gedreht) vermieden werden.

 

100 Bilder der blühenden Akelei

Oft sind Tiere in der Nacht entweder überbelichtet (zu nah an der Kamera) oder im Dunkeln der Nacht nicht mehr identifizierbar (zu weit weg). Hier gilt es, einen geeigneten Abstand zu finden, den die Infrarot-LEDs während der Aufnahme beleuchten können. Grundsätzlich liegt der ideale Abstand bei ca. 3 bis 10 Metern, wobei ein reflektierender Hintergrund das Bild heller erscheinen lässt, als wenn die LEDs ins Leere leuchten. Achten Sie auch auf Pflanzen, die näher als drei Meter in den Auslösebereich der Kamera wachsen, da sie bei etwas Wind schnell zu hunderten von Bildern ohne Wildtiere führen. Und zuletzt der wohl wichtigste Tipp: Kontrollieren Sie die Bilder regelmässig und nehmen Sie gleich kleine Verbesserungen an der Kamera und am Standort vor. Probieren Sie auch neue Plätze aus und haben Sie Geduld – dann können Sie sich bestimmt bald über tolle Schnappschüsse aus Ihrem Garten freuen!
 

 

© Katja Rauchenstein / stadtwildtiere.ch

Die blaue Akelei links im Bild könnte bei etwas Wind zu sehr vielen ungewollten Blumenbildern führen. 
 

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Weiterführende Links

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