News

10.06.2020

Dass orange Weidezäune für Wildtiere gefährlich werden können, ist gut nachvollziehbar. Diese Zaunsysteme funktionieren wie Fallen. Wildtiere können sich darin verheddern und dann nicht mehr selber befreien. So schreibt etwa das Igelzentrum Zürich, welches immer wieder Meldungen erhält von Igeln, die in solchen Zäunen zu Tode kommen, dass die Zäune, sobald sie nicht mehr gebraucht werden, umgehend wegzuräumen sind. 

Im Sommer 2018 zäunte ein Landwirt sein Wiesland für seine Schafe mit einem rund einen Meter hohen Weidenetz ein. Nach dem Abweiden blieb der Zaun entlang des Waldrandes mehrere Wochen stehen, obwohl keine Schafe mehr auf die Wiese gelassen wurden. 

Ein Wildhüter entdeckte Mitte Oktober den Kadaver einer erwachsenen Rehgeiss. Das Wildtier hatte sich laut Anklageschrift im Netz verheddert, einen Teil des Zauns in den Wald gerissen und sich in den Maschen selbst stranguliert. Das Kreisgericht Wil verurteilte den Landwirt im Mai 2019 wegen fahrlässiger Tierquälerei. Der Landwirt hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Die Verhandlung des Falls fand am vergangenen Montag statt. Das Urteil wird vom Kantonsgericht St. Gallen schriftlich bekannt geben.

In St.Gallen wird zurzeit die Volksinitiative "Stopp dem Tierleid - gegen Zäune als Todesfallen für Wildtiere" hängig. Die Initiative, eingereicht von RevierJagd St.Gallen, Pro Natura St.Gallen-Appenzell und WWF St.Gallen, wurde am letzten Dienstag vom Kantonsrat abgelehnt, der vom Regierungsrat einen Gegenvorschlag verlangt. 

Mehr dazu im Artikel der Tierwelt.

02.06.2020


Biberdamm bei Seuzach im März 2019 (© Cornelia Caviezel / wildenachbarn.ch)

Biber breiten sich weiter im Kanton Zürich aus. Wenn junge Biber erwachsen sind, müssen sie aus dem elterlichen Territorium abwandern und suchen dann geeignete Gebiete für ein eigenes Territorium. Die Biberbestände werden im Kanton Zürich alle drei Jahre erhoben. Beim letzten Monitoring im Winter 2016/17 wurde der Bestand auf 394 Biber in 106 Revieren geschätzt. Aktuell dürften es 450 bis 500 Biber sein. Die Biberfachstelle im Kanton Zürich führt 2019/2020 wieder eine Biberzählung durch, zusammen mit Freiwilligen und Unterstützung von WWF und Pro Natura. 

Rund um Winterthur gibt es einige Sichtungen in den letzten Jahren. Neu ist, dass Biber auf Gemeindeboden von Winterthur beobachtet wurden, wie der Landbote am 29. Mai 2020 berichtet hat. 

28.05.2020

Die Ausbreitung der Biber Richtung Sihl kann bestens anhand der Beobachtungsmeldungen auf StadtWildTiere nachverfolgt werden. 

Am 22. Mai meldete ein aufmerksamer Stadtnaturbeobachter einen Biber vom Hafen Enge, den er zwischen 12 und 12.59 Uhr beobachtet hat. Er schreibt dazu: "Biber schwamm gelassen in ca. 2m Distanz vom Ufer in Richtung Seepolizei. Konnten ihn ca. 50 m begleiten."

Am gleichen Tag, zwischen 19 und 19.59 Uhr beobachtete ein anderer Stadtnaturbeobachter einen Biber bei der Höchlerbrücke an der Sihl in Leimbach. Der Beobachter schreibt dazu: "Sehr schönes grosses Tier, gut zu beobachten von der Höcklerbrücke aus in der Dämmerung. Pendelt arbeitssam zwischen verschiedenen Uferböschungen und Ausstiegen in die Wiese."

Ob es sich wohl um denselben Biber handelt? Oder sind es zwei verschiedene Biber, vermutlich jüngere Tiere, die von der Limmat wegwandern mussten, da die Reviere dort besetzt sind? 

Kurzfilm auf Youtube über die Biber in Zürich Leutschenbach

Rehe auf dem Friedhof Hörnli, Bild David Riedener / wildenachbarn.ch
19.05.2020

Die Rehe auf dem Basler Friedhof Hörnli, am Waldrand im Osten der Stadt gelegen, wurden auch schon auf Wilde Nachbarn zusammen mit Bildern gemeldet. Während die Stadtgärtnerei Basel die Tiere dezimieren möchte, wehren sich Tierschützer/innen gegen den Abschuss der Tiere und haben eine Petition lanciert, die bereits 15'000 Personen unterschrieben haben.

Eine Lösung für die Probleme ist nicht leicht zu finden. Den Friedhof einzuzäumen ist kaum möglich, da Rehe auch hohe Zäune überspringen können. Vergrämungsaktionen seien zu wenig erfolgreich gewesen. Die Tierschützer/innen wollen die Rehe umsiedeln, was allerdings ebenfalls nicht ohne weiteres möglich, und auch aus Tierschutzsicht nicht unbedenklich ist. 

Beitrag auf SRF, Sendung "Schweiz aktuell" vom 12. Mai 2020

14.05.2020

Zuchtbetriebe für Pelztiere wie die Nerzfarmen in Holland halten Expertinnen und Experten für Risikofaktoren für die Ausbreitung von Krankheiten. Es leben so viele Tiere auf engem Raum zusammen, wie das natürlicherweise nie vorkommen würde. Eine Ansteckung zwischen Tier und Mensch ist durchaus möglich, wenn diese über längere Zeit in Kontakt stehen.

Bei einigen Corona-Viren so auch beim neuen Corona-Virus Sars-CoV-2 ist davon auszugehen, dass sie zuerst von Wildtieren auf den Menschen übergesprungen sind und dann von Mensch zu Mensch weiter gegeben wurden. Die Übertragung von Corona-Virus Sars-CoV-2 aufgrund eines unnatürlich nahen und tier- und naturschützerisch höchst bedenklichen Kontakts zwischen Menschen und Tieren fand mit grosser Wahrschenlichkeit auf einem Wildtiermarkt in der Chinesischen Stadt Wuhan statt. 

Ein Grund mehr, keinen Echtpelz zu tragen.

© Christine Moor / stadtwildtiere.ch
26.04.2020

Kolkraben sind die großen Verwandten der Rabenkrähen, die bei uns häufiger sind und jedes Kind kennt. Beide Vögel gehören trotz ihres krächzenden Rufs zu den Singvögeln, deren grösster Vertreter der Kolkrabe ist. Die stattlichen schwarzen Vögel mit dem kräftigen Schnabel brüten seit den 1980er-Jahren alljährlich am Bundeshaus. Nach der großen Bundeshausrenovierung war das Kolkrabennest für einige Jahre nicht mehr besetzt, nun sind die Vögel wieder zurück, wie die Bilder einer Stadtnaturbeobachterin eindrücklich zeigen - zu sehen in der Galerie von stadtwildtiere.ch.

Dieser Goldschakal wurde im Kanton Tessin fotografiert (Cantone Ticino).
21.04.2020

Der Goldschakal (Canis aureus) ist im Tessin angekommen. Die Sichtung wurde in Onsernonetal-Centovalli durch den örtlichen Wildhüter der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Tessin bestätigt, wie die Stiftung KORA (Koordinierte Raubtierprojekte) am 21. April 2020 bekannt gab. Der Goldschakal, ein mittelgroßes Raubtier von etwa 15 kg, ist ein Vertreter der Familie der Caniden, das sich in Europa auf natürliche Weise ausbreitet.

Ursprünglich lebte die Art in Arabien, Indien bis in die Türkei. Der Klimawandel hat die Ausbreitung dieser Art nach Westen ermöglicht. In der Schweiz wurde 2011 der erste Nachweis in den Nordwest-Alpen gemacht. Im Jahr 2019 wurden Goldschakale in den Kantonen Graubünden, Freiburg und Genf beobachtet. Dabei handelte es sich immer um Einzeltiere. 

KORA, Koordinierte Raubtierprojekte der Schweiz

 

01.04.2020

Das Label für nachhaltiges Stadtgrün - GRÜNSTADT SCHWEIZ - stellt sich in einem kurzen Video-Beitrag vor. Anhang des Beispiels der Stadt Luzern, die seit 2017 für das Label GrünStadt Schweiz zertifiziert ist, wird gezeigt, wie Städte und Gemeinden das Stadtgrün fördern und sich für die Gestaltung und Pflege ihres Grüns im Sinn von Biodiversitätsförderung und einem angenehmen Stadtklima einsetzen können.

Videobeitrag auf Youtube zu GRÜNSTADT SCHWEIZ

GRÜNSTADT SCHWEIZ

Stadt Luzern und das Label GRÜNSTADT SCHWEIZ

30.03.2020

Im Rahmen des Leibniz-Podcasts "Tonspur Wissen" zur Covid-19-Pandemie erklärt der Leibniz-IZW-Direktor Heribert Hofer, ob Tiere Covid-19 bekommen oder übertragen können oder nicht (Folge 7).

Hier können Sie sich die Folge anhören.

Markierung von Baumhöhlen-Bäumen im Zürcher Stadtwald
28.03.2020

Wegen der Corona-Krise sind die jährlichen Schwerpunktprogramme, Aktionen und Veranstaltungen bis Ende April abgesagt oder verschoben worden. Die Termine im Mai bleiben vorläufig bestehen, wir informieren, sobald hier definitive Entscheide gefallen sind.

Demnächst starten wir unseren Blog "Natur zu Hause" mit Tipps für Beobachtungen, zum Gärtnern auf dem Balkon und in der Blumenkiste und vielem mehr.

StadtWildTiere Zürich: Kartierung von Baumhöhlen-Bäumen im Zürcher StadtWald

Am 7. März konnten wir in Zürich, gerade noch vor dem Lockdown wegen der Corona-Krise, die Weiterbildung für die StadtNaturBeobachter/innen durchführen. Seither kartieren wir, corona-bedingt etwas reduziert, mit Unterstützung von Freiwilligen Bäume mit Baumhöhlen auf Stichprobenflächen in Zürcher Stadtwäldern. Selbstverständlich werden die Hygienevorschriften eingehalten. Die Aktion ist mit Grün Stadt Zürich abgesprochen, das Amt stellt uns zudem die Farbe für die Markierungen zur Verfügung. 

 

 

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